20. Jul 2010
Unter den so genannten retroperitonealen Tumoren versteht man alle Weichteiltumore, die an den Organen des Retroperitonealraumes, also des Raumes hinter dem Bauchfell, auftreten können.
Zu den retroperitonealen Tumoren gehören alle Tumore im Bereich der Bauchhöhle, also zum Beispiel die Nieren und der Darm. Tumore in dieser Gegend zählen zu den so genannten Weichteiltumoren. Sie können sich an der Außenwand der Organe befinden oder in das Organ herein wachsen. Die ersteren sind meist stark abgegrenzt vom umgebenden Gewebe und haben eine bessere Prognose. Die Weichteiltumore wachsen meist unentdeckt über eine lange Zeit und sind deshalb schlecht zu diagnostizieren und meist spät zu entdecken. Dennoch sind nicht alle diese Tumore automatisch unheilbar und somit tödlich. Je nach Lage können sie restlos operativ entfernt werden oder sind mittels einer Chemotherapie oder Bestrahlung gut therapierbar.
Zu den tödlichen retroperitonealen Tumoren gehören unter anderem die Tumore an der Leber, der Bauchspeicheldrüse und an besonders schwer zugänglichen Darmpassagen. Aber auch weniger bösartige Tumore können erst spät diagnostiziert werden und somit durchaus auch Metastasen bilden, die dann Komplikationen machen. Die Symptome können organspezifisch sein, aber auch sehr allgemein, da durch die Anschwellung des Tumors auch Nachbarorgane betroffen sein können. Besonders die untere Bauchaorta, die große Bauchschlagader, wird meist von solchen Tumoren in Mitleidenschaft gezogen. Das führt zu einer schlechten Blutversorgung der dahinterliegenden Organe und somit wieder zu anderen Symptomen. Vor diesen Tumoren kann man sich meist nur durch regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen schützen. Da es oft bei den ersten Anzeichen schon zu spät sein kann.
In der Regel können die oben genannten Tumore durch eine Operation ganz oder teilweise entfernt werden. Danach erfolgt eine pathologische Untersuchung, um eine klare und sichere Diagnose stellen zu können. Oft müssen auch umgebende Lymphknoten entfernt werden, um diese auf eine Metastasierung zu überprüfen oder um sicherzustellen, dass es zu keiner Verbreitung der Tumorzellen kommen kann. Kommt es dazu, dass der Tumor in die große Bauchaorta eindringt, kann es zu massiven Blutungen im Bauchraum kommen oder zu einer Verbreitung über das Blutsystem.