Primitiver neuroektodermaler Tumor - Behandlung

Die so genannten primitiven neuroektodermalen Tumore werden in zwei Arten unterteilt. Der Tumor, der im Zentralnervensystem auftritt, also insbesondere im Gehirn, hat auch die denkbar schlechteste Prognose.

Unter einem neuroektodermalen Tumor oder besser einem primitiven neuroektodermalen Tumor versteht man einen so genannten embryonalen Tumor des Nervengewebes. Er tritt überwiegend im Kindes- und Teenageralter auf. Es gibt zwei verschiedene Varianten, die nach dem Ort des Auftretens klassifiziert werden. Der eine kommt im Zentralnervensystem vor, also im Rückenmark oder Gehirn, und der andere in der Peripherie, also außerhalb des Zentralnervensystems. Sie gelten als besonders bösartig nach der entsprechenden Klassifizierung.

Bis zu 6 % aller Hirntumore im Kindes- und Jugendalter sind neuroektodermale Tumore des Zentralnervensystems. Wenn man die gesamte Gruppe der embryonalen Tumore des Gehirns nimmt, dann kommt man bereits auf 20 %. Diese Art der Tumore tritt mit Übelkeit und Erbrechen auf, meist am Morgen auf nüchternen Magen. Außerdem kann es zu Ausfallerscheinungen kommen, wie Lähmungen und Sehstörungen, bis hin zu Persönlichkeitsveränderungen. Mittels Computertomografie und Magnetresonanztomografie können diese Tumore sichtbar gemacht werden. Eine Operation ist hier meistens nicht möglich. Doch man wird immer versuchen, eine Probeentnahme durchzuführen, um eine gesicherte Diagnose stellen zu können. Danach erfolgt eine Therapie mit gleich mehreren verschiedenen Chemotherapeutika, der Polychemotherapie. Auch eine Bestrahlung des betroffenen Körperbereiches wird angestrebt. Die letzte Alternative ist eine Hochdosischemotherapie mit anschließender Stammzellentransplantation.

Die peripheren neuroektodermalen Tumore liegen meist in so genannten ektodermal abgeleiteten Körperteilen. Hierzu gehört zum Beispiel das autonome Nervensystem. Die Symptome bei diesem Tumor sind so unterschiedlich wie die Lage es sein kann. Wenn sie mehr unter der Haut vorkommen, dann ist als erstes eine Beule zu sehen, treten sie zum Beispiel in der Lunge auf, dann kommt es zur Atemnot und Bluthusten. Je nach Lage sind also die Erkennungsmerkmale unterschiedlich. Diese Art von Tumor kann meist sehr gut operativ entfernt werden. Die letztgenannten Tumore haben in der Regel auch die bessere Prognose. Diese hängt immer von der Lage, der Operativität und vom Alter des Kindes ab.