Eine tückische Krankheit: Bauchspeicheldrüsenkrebs

Durch den Tod von Patrick Swayze, bekannt aus dem Kultfilm Dirty Dancing und vielen weiteren Hollywood-Produktionen, ist das Thema Bauchspeicheldrüsenkrebs in das Bewusstsein einer breiten Öffentlichkeit gelangt.

Die Bauchspeicheldrüse (medizinisch: Pankreas) ist eine Drüse, die Verdauungsenzyme abgibt. Diese Enzyme spalten Eiweiße, Kohlenhydrate und Fette der Nahrung in Grundbestandteile. Dies geschieht im Darm. Die Nahrungsbestandteile werden so weit zerkleinert, bis sie schließlich in ihre Grundbestandteile zerlegt sind und von der Darmschleimhaut aufgenommen werden können. Die Bauchspeicheldrüse bildet aber auch Hormone, die an das Blut abgegeben werden. So hat sie neben ihrer exokrinen Funktion (nach außen abgebend) auch eine endokrine Funktion (nach innen abgebend). Die Hormone Insulin und Glucagon regulieren den Blutzuckerspiegel und die Verdauungsprozesse. Die Bauchspeicheldrüse ist 15 bis 20 cm lang, 3 bis 4 cm breit und 1 bis 2 cm dick und befindet sich im Oberbauch.

In ihrer exokrinen Eigenschaft produziert die Bauchspeicheldrüse beim Menschen täglich 1,5 Liter Sekret. Die aggressiven Sekrete werden erst am Wirkort, im Dünndarm, durch eine limitierte Proteolyse wirksam, da es ansonsten zu einer Selbstverdauung des Organs kommen würde.

Kommen bei diesem empfindlichen Wirkzusammenhang Krankheiten ins Spiel, dann haben diese erhebliche Auswirkungen auf den Menschen. Bereits eine Bauspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis) bedarf sofortiger ärztlicher Behandlung sowie eines Krankenhausaufenthaltes, um schlimme Folgen zu vermeiden.

Der Bauchspeicheldrüsenkrebs – im engeren Sinne: das duktale Adenokarzinom der Bauspeicheldrüse – ist eine bösartige Neubildung des Pankreas, die im vorderen Kopf der Bauspeicheldrüse auftritt. In westlichen Industrienationen erkranken 10 von 100.000 Einwohnern pro Jahr. Die Krankheit tritt selten vor dem 40. Lebensjahr auf, häufiger bei Frauen als bei Männern. Die Patienten sind bei Erkrankung meist zwischen 65 und 85 Jahre alt. Risiken sind langandauernde Entzündungen der Bauchspeicheldrüse, Rauchen, zu hoher Alkoholkonsum sowie eine ungesunde, sehr fett- und eiweißreiche Ernährung. Genetische Ursachen für den Bauchspeicheldrüsenkrebs werden nicht ausgeschlossen. Die Krankheit gilt als sehr tückisch, weil sich Symptome erst in einem weit fortgeschrittenen Stadium bemerkbar machen.