20. Jul 2010
Eine Tumorerkrankung ist immer mit sehr viel Aufwand zwecks Behandlung verbunden und führt nicht selten zu nachhaltiger Gewebeschädigung, bis hin zum Tod. Doch welche Erreger lösen Tumor aus und wie schützt man sich?
Als Tumorvieren oder auch onkogene Viren wird eine Gruppe von Viren bezeichnet, die für die Bildung von Tumoren verantwortlich sind. Zurzeit sind fünf Viren bekannt, die sich auf den Menschen spezialisiert haben, sich im Gewebe einnisten können und dort Tumore hervorrufen. Die beiden am häufigsten anzutreffenden Viren bei Tumorbildung sind das Hepatitis-B-Virus sowie das humane Herpesvirus Typ 8, auf die hier näher eingegangen werden soll.
Der Hepatitis-B-Virus befällt die Leber des Menschen und schädigt dieses Organ nachhaltig. Etwa 350 Millionen Menschen sind derzeit chronisch mit diesem Virus infiziert, somit stellt diese Erkrankung die am häufigsten auftretende Tumorerkrankung dar. Da die Behandlung einer Hepatitis B sehr schwierig ist, besteht die beste Möglichkeit der Infektionsreduktion in vorbeugendem Impfen. Infektionsgefahr besteht dabei ausschließlich durch Übertragung von Körperflüssigkeiten, wie beispielsweise Blut und Speichel. Da diese Krankheit ein sehr schleichender Prozess ist, bemerkt man eine Infektion auch erst nach mehreren Jahren. Die Leber wird langsam von dem entstehenden Tumorgewebe zerstört, bis man mit Verdacht auf Leberzirrhose ins Krankenhaus eingeliefert wird. Dort kann dem Virus nur durch gezieltes Einsetzen von Medikamenten und im schlimmsten Fall durch eine Lebertransplantation Einhalt geboten werden.
Das humane Herpesvirus Typ 8 ist der am häufigsten anzutreffende Erreger von Herpes. Es wird vor allem durch Austauschen von Speichel und Körpersekreten übertragen, was ein Grund dafür ist, dass dieses Virus das zweithäufigste tumorerregende Virus der Welt ist. Aber, im Gegensatz zum Hepatitis-B-Virus, löst es selbst die Tumorbildung nicht aus. Durch die Infizierung mit dem Herpesvirus Typ 8 wird das Immunsystem radikal geschwächt, da es besonders die Lymphknoten angreift und so den Weg für andere Erreger ebnet. Häufige Symptome sind Pustel- und Blasenbildung auf der Haut, besonders in der Nähe der Lymphknoten. Zwar gestaltet sich die Behandlung als relativ einfach, allerdings ist bisher noch keine wirksame Impfung gegen dieses Virus vorhanden.